Da das hier die Vorrunde ist, halte ich mich fürs Erste noch etwas kürzer.
Video:
Yozoras Video glänzt lustigerweise an den Stellen, wo somedieyoungs Video abkratzt, und ist an den Stellen schlecht, wo das von sdy (als ob ich das jetzt die ganze Zeit ausschreibe, wer bin ich denn) gut ist. Die Kameraqualität ist deutlich schlechter, die Nachbearbeitung aber deutlich geiler. Schöne Schnitte, ein paar Speedramps und Zeitlupen, bisschen Overlay-Kram, hat mir alles sehr gut gefallen. Color Grading natürlich schöner bei sdy, der hat ja aber auch die bessere Kamera. Yozora sollte ebenfalls noch etwas mehr daran arbeiten, seine Lines mit Performance wiederzugeben, da man auch hier das Gefühl hat, dass er den Text nicht wirklich kann. Heißt, die beiden nehmen sich in dem Aspekt nicht viel.
Insgesamt hat sdy das schöner anzusehende Video und Yozora das kreativere Video. Beide haben mir für eine Vorrunde ziemlich gut gefallen, und auch wenn sdy die bessere Quali hat, kann das Yozora gut mit Kreativität und Edit ausgleichen. 3 zu 3 unentschieden.
Audio:
Yozora hat grundsätzlich einen stabilen Flow, nur leider macht er es sich selbst oft ziemlich schwer, zum Beispiel wenn er auf dem eh schon relativ schnellen Beat dann noch Triolen kicken will (höchstwahrscheinlich, weil er die Zeilen nicht kürzer geschrieben bekommen hat), was seinen an sich guten Flow oft runterzieht, da diese Stellen extrem unsauber und unverständlich sind. Generell muss man anmerken, dass es sich so anhört, als hätte Yozora seinen Stimmeinsatz noch nicht wirklich gefunden. An sich hat er eine coole Stimme, aber manchmal kommt es zu unnatürlicher Aussprache (gerappt wie ein „HurÄhnsWohhn“). Mische könnte noch etwas besser sein. Leider geht er manchmal oft im Beat unter, was ich ja auch schon bei sdy kritisiert habe, aber hier ist es mir noch mehr aufgefallen, und ich musste ein paar Mal Zeilen nachlesen. Pausensetzung ist aber ziemlich cool. Yozora hat halt keinen Standardflow, was ich sehr geil finde, aber das richtige Feintuning fehlt da noch ein bisschen, bis es richtig rund klingt. Ich kann es mir aber extrem dope vorstellen, wenn du weiter dran arbeitest.
sdy hat den einfacheren Flow, aber gleichzeitig auch den saubereren sowie die bessere Mische. Yozora hat einen sehr uniquen Flow und die coolere Pausensetzung. Yozora wirkt einfach deutlich interessanter als sdy im Audiobereich, dennoch muss man sagen, dass sdy seine Sache hier einfach cleaner und besser macht als Yozora, der noch ein wenig dran feilen muss. 4 zu 3 an sdy.
Text:
Leider fehlen mir bei beiden in Sachen Text so die richtig guten Angriffe.
Bei Yozora gibt es, finde ich, mehr Highlights als bei sdy, aber auch mehr Zeilen, die das Fragezeichen in meinem Kopf stetig vergrößert haben. Ich mochte zum Beispiel alles, was Yozora über Höhen im Mix erzählt hat. Das mit dem Tisch war cool, „Ich möchte davon runterspringen“ war nice, oder auch die „Hurensohn“-Line („ich bin ein simpler Mann“) und die Skyguy-Line. Fand ich alle relativ nice. Dann gibt’s aber auch wiederum Zeilen, deren Sinn ich einfach überhaupt nicht verstehe. Zum Beispiel die Line mit dem Jugendamt und der Parkgarage. Also die Briefe vom Jugendamt gingen ein, weil Sport in einer Parkgarage zu machen nicht im Stundenplan steht? Hä? Ich versteh’s irgendwie nicht. Also sdy macht Sport in (seiner Freizeit wohlgemerkt) einer Parkgarage, aber weil das nicht auf dem Stundenplan steht (warum sollten Freizeitaktivitäten auf dem Stundenplan stehen?), kriegt er deswegen Schelle vom Jugendamt? Warum sollte das Jugendamt kommen, weil sdy Sport in einer Parkgarage macht? Ist ja nicht so, als hätte er sie angezündet oder so – er macht da ja scheinbar nur Sport. Line ergibt für mich leider absolut keinen Sinn, und sowas ist mir ziemlich oft in der Runde passiert. „Man wächst nicht, wenn man jeden Morgen nen Clown isst“ ist auch so eine Aussage, wo ich einfach nicht verstehe, was ich daraus entnehmen soll, leider. Ich versteh grundsätzlich, was Yozoras Ansätze mit dem Text waren, aber leider verbaut er es sich unnötig oft durch wirre Textverrenkungen und Aussagen, die nicht wirklich treffen wollen. Es gibt ein paar Highlights, aber leider auch Stellen, wo eine gewisse Zeit lang einfach absolut gar nichts trifft oder die Zeilen keinen Sinn ergeben.
sdy hier mit, ich sag mal, etwas langweiligeren Texten ohne große Höhen und Tiefen, aber alles ganz okay. Yozora hat mehr Highlights, aber auch mehr Lows als sdy, weswegen ich sdy ganz leicht vorne sehe. 3 zu 2 an sdy.
Delivery:
Da Yozora, wie schon in der Audio erwähnt, experimenteller flowt und mehr mit seiner Stimme rumprobiert, finde ich ihn in Sachen Delivery etwas überlegen im Gegensatz zu sdy, der zwar relativ sicher ist, aber die ganze Zeit auf seinem abgehobenen Film bleibt und nicht so viel mit seiner Stimme macht. Yozora schon, auch wenn’s nicht immer mega ästhetisch klingt. Aber es kommt einfach mehr beim Gegner an, zum Beispiel die „Hurensohn“-Line – wenn auch, wie bereits gesagt, nicht immer im positiven Sinne. Dennoch ist er einfach besser. 1 zu 2 an Yozora.
Fazit:
Somit komme ich auf ein sehr knappes Endergebnis von 11 zu 10 an somedieyoung.